PUBLICUS • Literaturspiegel • 2013.12

Rezension

Menschenrechte // Steuergesetze 2014



Menschenrechte und die Rolle des Anwalts

hrsg. von der Rechtsanwaltskammer Berlin
2013, 140 Seiten
24.80 EUR
ISBN 978-3-415-05138-6

Ludovic-Trarieux-Preis 2012

Muharrem Erbey wurde 2012 in Berlin der Ludovic-Trarieux-Preis verliehen. Namensgeber dieses Preises ist der französische Anwalt und ehemalige Justizminister Ludovic Trarieux, der sich schon Ende des 19. Jahrhunderts für Menschenrechte einsetzte. Der Preis wird von Anwälten an Anwälte verliehen, die sich durch ihre Arbeit, ihre Aktivitäten oder ihr Leiden um die Achtung der Menschenrechte, um die Gewährung rechtlichen Gehörs, um die Rechtsherrschaft, um den Kampf gegen Rassismus und Intoleranz in all ihren Formen verdient gemacht haben. Die Rechtsanwaltskammer Bordeaux verlieh 1985 erstmalig diesen Preis an Nelson Mandela.

Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist

Muharrem Erbey erhält den Preis für seinen Einsatz für Menschenrechte als Anwalt in der Türkei. Er vertrat Menschen unabhängig von politischen Ansichten und ethnischer Herkunft. Als Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation IHD kämpfte er für die Stellung der Kurden in der Türkei, für Rechte von Frauen und Kindern, für Meinungs-, Religions- und Versammlungsfreiheit und für faire Gerichtsverfahren. Vom türkischen Staat wird er nun unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Vereinigung und Zuwiderhandlungen gegen das Versammlungsgesetz angeklagt.

Festschrift zu Ehren von Muharrem Erbey

Die Festgabe enthält die Reden, die zu Ehren des Preisträgers gehalten wurden; allesamt in deutscher, französischer und türkischer Sprache, zwei Reden darüber hinaus auch in kurdischer Sprache, z.B.

• die Laudatio der Bundesministerin der Justiz a.D., Sabine Leutheusser-Schnarrenberger,
• die Rede des Vizepräsidenten der Rechtsanwaltskammer Berlin, Rechtsanwalt Bernd Häusler,
• die Dankesrede von Muharrem Erbey selbst, die er im Gefängnis verfasst hat.


Der Preisträger schreibt

»Ein wenig mehr Toleranz, Kooperation, Empathie.
Lasst uns nicht vergessen, dass jede und jeder das Recht hat, Einfluss zu nehmen auf die gesellschaftlichen Entwicklungen und dass dies zu tun moralische Pflicht ist. (…)
Alles für die Gleichheit, die Freiheit und die Gerechtigkeit.«

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